Tobias Dillig

Wenn Ausprobieren erlaubt ist

Der Laptop braucht morgens erstmal fünf Minuten, bis er überhaupt weiß, dass er ein Laptop ist. Das Ticket-Tool will für eine simple Änderung drei Formulare und eine Freigabe. Und das Tool, das eigentlich helfen sollte, ist mittlerweile selbst ein Projekt geworden.

Ich finde: Gute Technik soll Arbeit leichter machen.

Klingt banal – wird im Arbeitsalltag trotzdem erstaunlich oft vergessen. Deshalb möchte ich ein bisschen davon erzählen, wie wir bei Frachtwerk mit Technik umgehen – und warum Neugier dabei eine ziemlich große Rolle spielt.

Das Werkzeug soll zur Hand passen

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: den Arbeitsmitteln.

Wenn du bei uns startest, bekommst du Geräte, die zu dem passen, was du tust. Entwickler:innen brauchen ein anderes Betriebssystem als Berater:innen, und wer ständig unterwegs ist, hat andere Anforderungen als jemand, der die meiste Zeit am Schreibtisch sitzt. Das ist keine Raketenwissenschaft, aber es ist erstaunlich, wie oft Unternehmen allen das gleiche Standardpaket hinstellen und dann hoffen, dass es schon irgendwie passt.

Und dann gibt es die Kolleg:innen, die ihr eigenes Setup lieben. Die ihre Tastatur über Jahre hinweg perfektioniert haben. Die auf ihrem privaten Rechner einfach schneller sind, weil sie jeden Shortcut im Schlaf können. Für die gibt es bei uns BYOD, also “Bring your own device”. Nach Absprache kannst du eigene Geräte in unsere Infrastruktur einbinden. Nicht, weil wir am Equipment sparen wollen, sondern weil es schlicht keinen Sinn ergibt, jemanden von seinem Lieblingswerkzeug zu trennen.

Umgekehrt geht das auch: Über Hardwareleasing kannst du dir Geräte holen, die du auch privat sinnvoll nutzt. Der gute Laptop, der Monitor, der endlich groß genug ist, oder das Tablet, das beruflich wie privat Sinn ergibt.

Neugier wird am Feierabend nicht abgegeben

Wer in der Technik arbeitet, hat meistens einen Grund dafür: Neugier. Man will wissen, wie Dinge funktionieren. Man liest von einem neuen Tool und denkt: “Das muss ich ausprobieren.” Man hat abends eine Idee und will am liebsten sofort loslegen.

Diese Neugier verschwindet nicht um 17 Uhr. Und ehrlich gesagt wäre es auch schade, wenn sie das täte.

Deshalb gibt es bei uns Spielraum zum Ausprobieren. Eigene Projekte, Tests oder kleine technische Spielwiesen können nach Absprache unsere Infrastruktur mitnutzen. Du willst eine neue Datenbank testen? Einen Dienst aufsetzen, nur um zu sehen, ob die Idee trägt? Etwas bauen, das vielleicht nie jemand braucht, aber dich gerade beschäftigt? Dann mach das.

Wichtig dabei: Nicht alles muss sofort ein fertiges Produkt sein. Es muss auch keinen Business Case haben. Es muss nicht einmal funktionieren.

Manchmal beginnt etwas Gutes einfach damit, dass jemand eine Idee mal ausprobiert. Der “Frachtkeller”, eine Art “Game-Jam”, ist genau so entstanden. Kein Auftrag, kein Kunde, keine Deadline. Nur ein paar Leute, die Lust hatten, gemeinsam an etwas zu basteln. Und aus solchen Experimenten entstehen dann gelegentlich Dinge, die später tatsächlich im Projektalltag landen. Oder eben nicht. Beides ist völlig in Ordnung.

Denn was wir dabei auf jeden Fall gewinnen, ist Erfahrung. Und ein Team, das gelernt hat, dass Ausprobieren erlaubt ist.

Open Source: nehmen und zurückgeben

Wenn man schon beim Ausprobieren ist, landet man früher oder später bei Open Source. Bei uns ziemlich früh.

Wir nutzen Open Source überall dort, wo es möglich und sinnvoll ist. Das hat ganz praktische Gründe: Wir können reinschauen, wenn etwas nicht funktioniert. Wir sind nicht davon abhängig, ob ein Anbieter nächstes Jahr noch Lust auf sein Produkt hat. Und wir können Dinge anpassen, statt uns an das anzupassen, was ein Tool gerade zulässt.

Aber Open Source funktioniert nur, wenn nicht alle nur nehmen. Deshalb tragen wir auch bei. Mit eigenen Projekten wie Essencium, die wir öffentlich machen, und mit Contributions zu Projekten, die wir selbst nutzen. Mal ist das ein Bugfix, mal eine Dokumentation, mal ein ganzes Feature, das wir ohnehin für uns gebraucht haben.

Und ja, das kostet Zeit. Zeit, die man auch anders verbringen könnte. Aber wir sehen das nicht als Nebenbei-Hobby, sondern als Teil davon, wie wir arbeiten wollen. Wer von einer Community profitiert, sollte auch Teil davon sein.

Am Ball bleiben ist kein Luxus

Technik verändert sich schnell. Was vor zwei Jahren Standard war, ist heute manchmal schon wieder überholt. Und ehrlich: Das kann anstrengend sein. Niemand hat Lust, ständig hinterherzurennen.

Trotzdem ist uns genau das wichtig: am Ball zu bleiben. Nicht, weil wir jedem Trend hinterherlaufen müssen, sondern weil wir für unsere Kund:innen gute Entscheidungen treffen wollen. Und gute Entscheidungen trifft man leichter, wenn man die Alternativen selbst schon mal in der Hand hatte.

Deshalb passt das alles zusammen: Die Spielwiese, auf der man neue Dinge testen darf. Die Open-Source-Projekte, bei denen man mitbekommt, was gerade passiert. Die Teamtage, an denen Kolleg:innen Workshops zu dem geben, was sie gerade gelernt haben. Nichts davon ist Pflicht. Aber alles davon ist möglich.

Technik ist Mittel, nicht Zweck

Am Ende geht es bei all dem nicht um die neueste Hardware oder das schickste Tool. Es geht darum, dass Technik uns dient und nicht wir ihr.

Passende Geräte, damit die Arbeit nicht am Werkzeug scheitert. Freiraum zum Ausprobieren, damit Neugier Platz hat. Open Source, weil wir Teil einer Community sein wollen und nicht nur Kunde.

Und wenn aus einer Idee am Ende doch nichts wird? Dann war es trotzdem kein verschwendeter Nachmittag. Denn Menschen, die Dinge ausprobieren dürfen, bleiben neugierig. Und Neugier ist, zumindest in der Technik, so ziemlich das Wertvollste, was man haben kann.

Über Frachtwerk

Die Frachtwerk GmbH wurde im Jahr 2017 in Berlin als Kombination aus Unternehmensberatung und Softwareentwicklung gegründet. Zu den Projektschwerpunkten gehören Smart City, Logistik und Mobilität. An zwei Standorten, in Berlin und Karlsruhe, arbeiten insgesamt 50 Mitarbeiter:innen daran, das Beste für ihre Kunden zu ermöglichen.

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