Du bist unzufrieden, weil das Team nur „das Nötigste” gibt? Du fragst dich, warum sie nicht engagierter sind? Warum du alles anstoßen und kontrollieren musst?
Dann ist dieser Artikel für dich. Wir zeigen dir 3 Dinge, die Teams unserer Erfahrung nach benötigen, um eine intrinsische Motivation zu entwickeln. Außerdem teilen wir ein ganz konkretes Tool, welches die Identifikation zum Unternehmen und somit die Bereitschaft, Einsatz und Freude steigert.
Wenn Mitarbeiter:innen nicht das gewünschte Engagement haben, ist die Strategie von vielen folgende: noch mehr Kontrolle und Top-Down-Vorgaben.
In unserer Erfahrung gibt dieses Verhalten Menschen jedoch noch weniger Anlass, sich einzubringen und gebunden zu sein.
Wir erleben, dass Menschen vor allem 3 Dinge brauchen, um sich wahrhaftig zu engagieren.
- 1. Die Tatsache und das Gefühl, dass das, was sie tun, auch „ihr Eigenes” ist
Würdest du für eine Sache alles geben, wenn es am Ende nur der Bereicherung anderer, einzelner Personen dient? Erst wenn wir das Gefühl haben, dass unser Handeln auf ein Ziel einzahlt, was uns am Herzen liegt, spüren wir den inneren Drang, uns wahrhaftig einbringen zu wollen. Das bedeutet nicht, dass jedes Unternehmen massive, karitative Großprojekte stemmen muss. Es bedeutet, dass Mitarbeiter:innen spüren, dass Unternehmen ihre Arbeitszeit und Energie nicht als selbstverständlich ansehen. Es bedeutet, dass Räume geschaffen werden, wo sich alle mit der Sinnfrage des Unternehmens auseinandersetzen können.
- 2. Die Tatsache und das Gefühl, dass sie mitbestimmen können
Wie soll man sich engagieren, wenn man bei den relevanten und verantwortungsvollen Fragestellungen nie wirklich mitentscheiden darf? Wenn mehr Engagement gefordert wird, muss man Menschen auch tatsächlichen Raum für Wirkung eingestehen. Das bedeutet, dass Mitarbeiter:innen Mitbestimmung in Situationen ermöglicht wird, die sie reizen und fordern. Situationen, in denen Mitbestimmung als Vertrauensbeweis wahrgenommen wird und nicht lediglich als „Alibi-Mitbestimmung”.
- 3. Die Tatsache und das Gefühl, dass sie gesehen werden
Wir sind überzeugt, dass Menschen von Natur aus gerne geben, beitragen und sich um andere kümmern. Schließlich befriedigen wir damit eins der ältesten Grundbedürfnisse der Menschheit: gesehen werden und dazu gehören. Wird das Engagement über einen längeren Zeitraum nicht anerkannt, folgen häufig Demotivation und Rückzug. Im unternehmerischen Kontext gesehen oder anerkannt zu werden, kann sich in verschiedenen Facetten ausdrücken. So geht es z. B. darum, mit seinen Sorgen ernst genommen zu werden, 100 % Aufmerksamkeit im Moment zu erhalten, eine Aufgabe anvertraut zu bekommen oder nach der Meinung gefragt zu werden.
Deep CheckIn
Natürlich gibt es nicht die eine Lösungsformel für mehr Engagement im Team. Es gibt jedoch eine konkrete Maßnahme, die den Raum eröffnet für eine Kultur, die sich mit ihrem Sinn, Mitbestimmung und Wertschätzung auseinandersetzt – der „Deep CheckIn“.
Der Deep CheckIn ist ein Meetingformat, das wir bei Frachtwerk seit ca. einem Jahr mehrmals pro Jahr in Zweierteams anwenden.
- Ziel: Herausfinden, was ich als Individum brauche, um noch glücklicher und verbundener im Unternehmen zu sein.
- Gruppe: Zweierteams
- Vorbereitung: Es finden sich Paare. Jede Person füllt für sich vor dem Meeting den Deep CheckIn in ca. 10 bis 30 Minuten aus (siehe Vorlage).
- Durchführung: Hier werden die vorher ausgefüllten Deep CheckIns mit dem Gegenüber in insgesamt ca. 60 Minuten geteilt (siehe Agenda).
Vorlage

Agenda

Um mehr Engagement im Team zu erzielen, ist es vor allem zielführend, raus aus dem Vorwurf und rein in die sog. konsequente positive Unterstellung (KPU) zu kommen. Sie ist eine Geisteshaltung, die sagt, dass alles, was Menschen tun, ein Versuch ist, sich universelle, positive Bedürfnisse zu erfüllen. Mit dieser Haltung kann man auch erkennen, dass Menschen nicht aus schlechten Absichten wenig engagiert sind. Ein ehrlicher Dialog kann Klarheit bringen, was Mitarbeiter:innen brauchen, damit sie sich wieder mehr mit dem Unternehmen identifizieren können.
Du möchtest mehr erfahren oder dich mit uns zu anderen Themen der Agilen Organisation austauschen?